{"id":215,"date":"2018-10-31T21:13:20","date_gmt":"2018-10-31T21:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=215"},"modified":"2020-12-28T21:45:22","modified_gmt":"2020-12-28T21:45:22","slug":"werbung-wird-in-der-buchbranche-anders-gemacht-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=215","title":{"rendered":"Werbung wird in der Buchbranche anders gemacht! (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beunruhigend ist seit einiger Zeit die folgende Ver\u00e4nderung im station\u00e4ren Buchgesch\u00e4ft: <strong>Buchh\u00e4ndler stemmen ihr Tagesgesch\u00e4ft vermehrt mit weniger Mitarbeitern<\/strong>. Ums\u00e4tze gehen zur\u00fcck, da der notwendige intensive Service auf der Strecke bleibt, denn weniger Personal muss sich um einen gr\u00f6\u00dferen Kundenstamm k\u00fcmmern, der recht anspruchsvolle Vorstellungen hat und gern Hilfe bei der Auswahl der passenden Lekt\u00fcre m\u00f6chte. Hinzu kommt noch, dass die verschiedenen Kommunikationswege wie Telefon, E-Mail, WhatsApp und manchmal auch das gute alte Fax Bestellungen und Kundenanfragen im Minutentakt produzieren, so dass die eigentlichen Aufgaben in einer geringeren Zeitspanne zu erledigen sind. B\u00fcchergesch\u00e4fte werden in wenigen Jahren zudem nicht unbedingt von Buchh\u00e4ndlern bzw. Buchwissenschaftlern gef\u00fchrt werden, sondern von Einzelh\u00e4ndlern, die nicht die entsprechende Ausbildung zu dem besonderen Produkt Buch genossen haben, aber daf\u00fcr wesentlich g\u00fcnstiger entlohnt werden k\u00f6nnen. Und der Kostenfaktor hinsichtlich der Entlohnung von gelernten wie ungelernten Mitarbeiten l\u00e4sst Arbeitgeber von Buchl\u00e4den sorgenvoll in die Zukunft blicken, um gerade hier nicht nur einmal den Rotstift f\u00fcr Einsparungen anzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In letzter Zeit h\u00f6rt man oft, dass zahlreiche gro\u00dfe bekannte und alteingesessene Buchhandlungen schlie\u00dfen. Und einer der Gr\u00fcnde ist: <strong>Nachfolger f\u00fcr Buchl\u00e4den fehlen nicht nur in gro\u00dfen St\u00e4dten, sondern auch in kleinen Ortschaften, obwohl der Branchennachwuchs vorhanden ist.<\/strong> Die Chance eine Buchhandlung weiterzuf\u00fchren, scheitert an vielen H\u00fcrden, wovon die fast nicht vorhandene Werbung zu \u201eWir suchen einen Nachfolger!\u201c am deutlichsten wahrzunehmen ist. Doch wer schon ein buchwissenschaftliches Studium in der Tasche hat, muss oftmals noch eine Buchh\u00e4ndlerausbildung absolvieren oder umgekehrt nach der Ausbildung zus\u00e4tzlich studieren. Das sind \u00fcber 6 Jahre bevor man richtig anfangen darf im Buchhandel zu arbeiten. Der Branchennachwuchs aus den f\u00fcnf gro\u00dfen deutschen Ausbildungsst\u00e4tten hat also schon jetzt das Nachsehen mit der wissenschaftlichen anstatt der berufsnahen Ausrichtung und st\u00f6\u00dft vermutlich noch auf andere Hindernisse. \u00c4hnliche Entwicklungen mit Nachfolgeproblemen finden sich seit einigen Jahren bei den Verlagen, bei denen feste Anstellungen aus finanziellen Gr\u00fcnden Mangelware sind und g\u00fcnstige Volontariate bevorzugt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt, der weitreichende Folgen hat, h\u00e4ngt mit dem Wettstreit der Buchbranchenteilnehmer untereinander zusammen. Die wenigen Ums\u00e4tze im Buchsegment sollen um jeden Preis gehalten werden. Aber wer in der Buchbranche noch klein ist und bei den Buchhandlungen, vor allem den gro\u00dfen Marktteilnehmern, Werbung f\u00fcr sich machen m\u00f6chte, wird oft abgewiesen. Thalia, Schmid &amp; Hahn und andere m\u00f6chten von Autoren oder anderen Buchbranchenmitgliedern keine Werbung im eigenen Haus auslegen. Nur die firmeneigenen Werbemittel sind erlaubt. Das ist sehr schade, denn auch \u00fcber dieses Beispiel <strong>mit Konkurrenzdenken wirft die Buchbranche ein schlechtes Licht auf sich selbst und ihre Botschaft, dass ihre wichtigsten Aufgaben Lesef\u00f6rderung, Literaturvermittlung, Bibliophilie und Leidenschaft f\u00fcr ein geschichtstr\u00e4chtiges Medium sind<\/strong>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor nicht allzu langer Zeit, meinte eine Buchh\u00e4ndlerin im Hinblick auf die schwindenden Einnahmen in der Buchbranche zu mir: \u201aDu wirst es nicht glauben, was die Verlage alles tun, um Geld einzusparen!\u2018 Ja, mir ist es aufgefallen und zwar an folgenden Beispielen. Der Bezug von Leseexemplaren \u00fcber die Buchmessen ist seit mehr als zwei Jahren nur noch vereinzelt m\u00f6glich. Auch werbende Give-aways, wie S\u00fc\u00dfigkeiten, Schreiber, Buttons, Karten, Lesezeichen oder andere Werbehelfer, werden nur in einer gewissen Menge gezielt zu besonderen Anl\u00e4ssen ausgelegt und verteilt. Kleine Verlage scheuen es zudem immer h\u00e4ufiger aufgrund der Kosten, sich auf Messen zu pr\u00e4sentieren. B\u00fccher werden von gro\u00dfen, mittleren sowie kleinen Verlagsunternehmen im Ausland bei deutlich g\u00fcnstigeren Druckereien vervielf\u00e4ltigt. Und Preise zu Buchproduktionen k\u00f6nnen bei Auftraggebern immer schwieriger durchgesetzt werden, wodurch oftmals die Qualit\u00e4t leidet. Die Liste dieser Entwicklungen l\u00e4sst sich recht lang weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die letzte GFK-Studie Mitte 2018, die vom B\u00f6rsenverein in Auftrag gegeben wurde, hat die Buchbranche zwar zum Nachdenken angeregt, aber die L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr den Aufschwung in Bezug auf das Buch sind mehr als bedenklich: B\u00fccher sollen direkt zum Kunden gelangen und im Fitnessbereich vertrieben werden. Der erste Punkt wird schon seit vielen Jahren umgesetzt und der zweite Aspekt beschreibt einen Griff nach einer neuen Zielgruppe, die allerdings keine Zeit beim Sport f\u00fcrs Lesen hat! Die Buchbranche macht sich hierdurch unglaubw\u00fcrdig. Dies ist keine Strategie um Kunden zu halten oder neue zu gewinnen! Denn diese kaufen aus verschiedenen Beweggr\u00fcnden nicht bei ein und demselben H\u00e4ndler auf Dauer ein. <strong>Potentielle Buchk\u00e4ufer sind w\u00e4hlerisch, \u00e4ndern ihre Bed\u00fcrfnisse und ihre Vorlieben in bestimmten zeitlichen Abst\u00e4nden, genauso wie Interessen sich nach einigen Monaten oder Jahren verschieben k\u00f6nnen, aufgegeben werden oder dazukommen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber das Gejammer um die Tatsache, man h\u00e4tte als Buchbranche den digitalen Wandel verschlafen oder sogar verpasst und m\u00fcsse ihm nun mit gro\u00dfen Schritten hinterherlaufen, l\u00e4sst mich auch immer wieder den Kopf sch\u00fctteln. Sicherlich befindet sich jede Branche in dieser digitalen Entwicklung, doch das hei\u00dft nicht, dass man den Kopf h\u00e4ngen lassen sollte! Oder sich immer noch mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen zu stemmen. Und die derzeitigen Umbr\u00fcche nicht zu akzeptieren, hei\u00dft vor allem, sie nicht wahrhaben zu wollen. Wer sich in der Geschichte des Lesens auskennt, der wei\u00df, dass in der 1. Leserevolution zahlreiche literarische Verfechter f\u00fcr die intensive Lekt\u00fcre waren und sich deutlich gegen das extensive Lesen ausgesprochen haben. In der 2. Leserevolution dagegen kritisierte man die massenhafte Produktion des Mediums Buch in seinen verschiedensten Auspr\u00e4gungen. Noch vor rund 25 Jahren schimpfte man genauso \u00fcber die modernen technischen Medien wie Radioh\u00f6rspiel, Fernsehen und dem Verdr\u00e4ngen von Schallplatte, Musikkassette und des Aufkommens des geringeren Lesekonsums. Wie heute in einer Phase des \u00fcberwiegend stichpunktartigen Lesens zur Informationsaufnahme, dem Lesen 2.0 mit dem eBook und der geradezu s\u00fcchtigen Nutzung mobiler Endger\u00e4te, geht die Diskussion weiter! Das muss doch nicht sein. <strong>Durch die Verlagerung des Leseverhaltens aufgrund der neuen verschiedenen elektronischen Medien, befinden wir uns derzeit auch in einer\/der 3. Leserevolution.<\/strong> Dabei steht fest: Die Geschichte des Lesens wird in Zukunft mit der Digitalisierung eng in Zusammenhang stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist derzeit zwar alles in Ver\u00e4nderung begriffen, dich meine Meinung ist und bleibt: <strong>Wer keine Werbung macht, wird auch nicht bekannt bzw. den kennt keiner!<\/strong> Aber diese sollte nicht nur in Form der Fr\u00fchjahrs- und Herbstkataloge zu den Buchh\u00e4ndlern gelangen, sondern eher zu den Endkunden, die die B\u00fccher schlie\u00dflich kaufen, konsumieren, verschenken und weiterempfehlen! Diese sind die Buchk\u00e4ufer, die die Ums\u00e4tze bescheren. Das sollte die Buchbranche doch eigentlich besser wissen, denn sie hat schon lange das Werkzeug, wie sie sich selbst aus der Misere befreien kann, in der eigenen Hand! Doch sie macht sich selbst kaputt. So viel hat sich zu fr\u00fcher nicht unbedingt ver\u00e4ndert. Alte Marketingstrategien lassen sich mit etwas Umdenken auch auf neue Werbetr\u00e4ger \u00fcbertragen. Meine Beobachtungen hierzu sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Frauen sind das kaufst\u00e4rkste Geschlecht in zahlreichen Branchen;<\/strong><\/li>\n<li><strong>junge K\u00e4uferschichten lassen sich \u00fcber viele verschiedene Medien am Besten erreichen, genauso wie \u00e4ltere K\u00e4uferschichten;<\/strong><\/li>\n<li><strong>Out-of-home-Werbung vor allem in digitaler Form erreicht bei entsprechender Vernetzung und App-Angeboten die Handynutzer und<\/strong><\/li>\n<li><strong>gro\u00dfe Buchbranchenplayer leben und kleine Buchbranchenteilnehmer leben lassen, indem sie sich gegenseitig helfen, sich untereinander vernetzen und gemeinsam Werbung f\u00fcr alle Zielgruppen betreiben<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>denn <strong>das Buch ist das \u201eeinzige Medium\u201c, dass bei Kindern von einigen Monaten bis hin zum Rentner im hohen Alter ohne weitere technische Hilfsmittel genutzt werden kann!<\/strong> Wichtigster Auftrag ist hierbei, Literatur f\u00fcr die Nachwelt zu erhalten, das Interesse und die Leidenschaft f\u00fcrs Lesen zu wecken und auch zu erhalten. Dies verschwindet bei den Buchbranchenteilnehmern angesichts der zunehmenden Wichtigkeit wie ein klassisches Wirtschaftsunternehmen Ums\u00e4tze zu generieren hat!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Werbung geht auch anders! Denn es gibt sie noch! Die klassische Buchwerbung!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Juhuu! Es gibt sie noch die Verlagswerbung auf Litfa\u00dfs\u00e4ulen! Ausfindig gemacht habe ich sie in der N\u00fcrnberger Altstadt. Ich war mehr als begeistert, solch tolle Plakatwerbung zu sehen. Ganz euphorisch bin ich in der letzten Septemberwoche 2018 nicht nur einmal, sondern mehrmals zur Buchwerbung gepilgert, die mit Autorenbild und gro\u00dfem Buchcover zu \u201eDer Spielmann\u201c von Oliver P\u00f6tzsch auf der S\u00e4ule in der N\u00e4he des Bahnhofs prangte! Mir hat sie au\u00dferordentlich gut gefallen und ich werde dieses Buch nicht nur weiterempfehlen, sondern es auch gleichzeitig noch verschenken! Ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an den Verlag, der es sich immer noch traut Werbung auf der Stra\u00dfe zu machen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Beunruhigend ist seit einiger Zeit die folgende Ver\u00e4nderung im station\u00e4ren Buchgesch\u00e4ft: Buchh\u00e4ndler stemmen ihr Tagesgesch\u00e4ft vermehrt mit weniger Mitarbeitern. 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