{"id":513,"date":"2021-04-30T21:01:36","date_gmt":"2021-04-30T21:01:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=513"},"modified":"2021-04-30T21:01:36","modified_gmt":"2021-04-30T21:01:36","slug":"gieraffe-jono-bringt-die-natur-durcheinander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=513","title":{"rendered":"Gieraffe Jono bringt die Natur durcheinander"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit einiger Zeit habe ich wieder an einer Kindergeschichte gearbeitet, aus der eine Umweltgeschichte f\u00fcr Kinder geworden ist. Erst sollte die Hauptfigur eine Giraffe sein, doch dann hat mich jemand darauf aufmerksam gemacht, dass es doch besser w\u00e4re, wenn es ein Gieraffe ist, der die Natur um sich herum aus dem Gleichgewicht bringt. Nun ist die Erz\u00e4hlung fertig und hier pr\u00e4sentiere ich das Ergebnis. Viel Freude also mit dem kleinen Gieraffen Jono!<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz fr\u00fch am Morgen erwacht der kleine Gieraffe Jono auf seinem Lieblingsbaum im afrikanischen Regenwald. Auch heute ist er wieder wissbegierig und voller Energie. Nur noch ein bisschen wacher werden und schon klettert er beh\u00e4nde bis in die h\u00f6chsten Wipfel hinauf, wo ihn die Sonne mit ihren warmen Strahlen \u00fcbers Fell streichelt. Von hier aus schaut er in jede Richtung und erblickt die bis zum Horizont reichenden immergr\u00fcnen Baumkronen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz \u00fcberlegt er, wen von den Tieren er heute L\u00f6cher in den Bauch fragen kann oder an welchem Ort er heute spielen soll und welches Abenteuer er erleben wird. Sein knurrender Bauch erinnert ihn allerdings daran, bei seiner Meerkatzenmama einige N\u00fcsse und Fr\u00fcchte zu stibitzen bevor es auf den Streifzug durch den Wald geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Rasch schwingt er sich hinunter in die unteren Bereiche der B\u00e4ume und findet seine Mama auch gleich auf einem dicken Ast sitzend. \u201eGuten Morgen, mein Kleiner! Hast du gut geschlafen?\u201c, fragt sie als er sich zur Begr\u00fc\u00dfung an sie kuschelt. \u201eJa, sehr gut sogar. Welche N\u00fcsse hast du f\u00fcr mich heute zum Essen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOh! Die magst du sehr gerne!\u201c, antwortet seine Mama und h\u00e4lt ihm einige Macadamian\u00fcsse unter die Nase. \u201eMmh, lecker!\u201c, meint Jono und verputzt sie alle auf einmal. Kaum ist er fertig, springt er auch schon davon. Seine Mama ruft noch hinter ihm her: \u201e\u00c4rgere die anderen Tiere nicht zu sehr und halte dich von den J\u00e4gern fern!\u201c Die Worte klingen Jono in den Ohren nach, doch er hat den Kopf voller Ideen, was er machen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst besucht er das Streifenh\u00f6rnchen Flips, der gerade sehr gesch\u00e4ftig zwischen einem Haufen N\u00fcsse unter einer gro\u00dfen Baumwurzel und seiner H\u00f6hle in der N\u00e4he eines Baches hin- und herl\u00e4uft. \u201eWas machst du da mit den N\u00fcssen?\u201c, will der kleine Meerkatzenmann wissen. \u201eAlles meine N\u00fcsse! Ich bringe sie woanders hin, damit mir die anderen Tiere sie nicht wieder mopsen k\u00f6nnen! Die bekommen meine gesammelten N\u00fcsse nicht mehr!\u201c, ruft ihm Flips ganz aufgebracht zu. \u201eAber, warum bist du so aufgeregt, es nimmt sich doch gerade keiner was von deinen N\u00fcssen!\u201c, erwidert Jono. \u201eDoch, die kommen immer dann, wenn ich mein Mittagsnickerchen halte. Dann lassen sie keine einzige Nuss \u00fcbrig und ich muss am Nachmittag wieder welche suchen, damit ich auch f\u00fcr morgen, etwas zu futtern habe.\u201c, jammert Flips. \u201eIch habe keine Zeit mehr mit dir zu reden!\u201c Und schon verschwindet das Streifenh\u00f6rnchen in seiner H\u00f6hle. Jono findet interessant, was er geh\u00f6rt hat und zieht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz darauf begegnet er an einem ausgetretenen Pfad dem Okapi Sindo, der Bl\u00e4tter von den B\u00e4umen zupft und sich schmecken l\u00e4sst. Ein wenig hinter ihm befindet sich eine kleine Okapidame, die leider nicht bis an die h\u00f6her wachsenden Bl\u00e4tter heranreicht. \u201eTeilst du deine Nahrung nicht?\u201c, fragt Jono Sindo. Der dreht ihm den Kopf zu und meint: \u201eIch teile nicht gern mein Essen mit anderen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er l\u00e4sst sich nicht weiter st\u00f6ren und frisst weiter. Jono denkt sich, dass er etwas weiter vorne am Weg, einfach etwas Nahrung pfl\u00fccken kann, um es der Oikapidame zu geben. Gesagt getan. Jono springt von Baum zu Baum und pfl\u00fcckt schlie\u00dflich an einem jungen Baum die frischen Triebe. Als er eine ausreichende Menge beisammen hat, bringt er es der Okapidame. \u201eHier bitte!\u201c, spricht er sie an. Diese verzieht aber das Gesicht. \u201eDavon bekomme ich Bl\u00e4hungen!\u201c, meint sie ganz herablassend und geht mit erhobenem Kopf an ihm vorbei. Jono denkt sich nichts dabei und l\u00e4sst die Nahrung auf den feuchten Boden fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ihm gerade danach ist irgendwo zu spielen, klettert er einen Baum empor und schwingt sich von Ast zu Ast bis zu einer Lichtung, auf der er gern und viel Zeit verbringt. Hier trifft er auf das Riesenwaldschwein Pinsel, der gerade dabei war, an einem Baumstamm eine Portion Schlamm von seinem K\u00f6rper zu schrubbeln. \u201eHey, Pinsel, wollen wir miteinander spielen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMorgen, Jono. Klar, doch! Lass uns Verstecken spielen. Du z\u00e4hlst bis 10 und suchst dann nach mir!\u201c, schl\u00e4gt Pinsel vor. Jono h\u00e4lt sich die H\u00e4nde vors Affengesicht und beginnt zu z\u00e4hlen. Pinsel verkriecht sich in dem Schlammloch beim Teich. Die Meerkatze wei\u00df, dass Jono gute Geheimverstecke kennt, wie hinter einer Baumgruppe oder unter einem umgest\u00fcrzten ausgeh\u00f6hlten Baum oder in einem gro\u00dfen Busch. Dort schaut er \u00fcberall nach, doch er findet ihn einfach nicht. Bei seiner Suche nach ihm entdeckt er einige kleine Steine und hat eine Idee. Er nimmt sich eine gute Handvoll und f\u00e4ngt an, diese von einem Baum aus um sich zu werfen. Dabei trifft er nicht nur eine Eidechse, die schimpfend unter ihm vorbeiflitzt, sondern auch einen Nashornvogel am Schnabel und einen Graupapagei auf dem Kopf. Beide w\u00e4ren beinahe ineinander geflogen und kr\u00e4chzen: \u201ePass doch auf! Du kannst mit deinem Rumgeschmei\u00dfe noch ernsthaft jemanden verletzen!\u201c Jono macht ohne aufzuh\u00f6ren einfach weiter und scheucht die Fische im Teich auf, von denen einer kurz auf dem Ufer landet, aber gl\u00fccklicherweise durch seine Zappelei ins Wasser zur\u00fcckgelangt. Dann erwischt er Pinsel, der vor Schmerz aus seinem Schlammloch st\u00fcrzt. Reichlich Schlamm landet im Teich. \u201eAu, das tut doch ganz sch\u00f6n weh! H\u00f6r auf damit!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jono h\u00e4lt inne und l\u00e4sst den Rest der Steinchen nach unten fallen. \u201eSag mal Pinsel, wenn du so viel Schlamm auf deinem K\u00f6rper hast, dann lass und doch die B\u00e4ume damit anmalen!\u201c Pinsel ist begeistert, denn wenn der trocknet, bekommt er sich nur schwer wieder sauber. Nach einiger Zeit sind fast alle B\u00e4ume auf der Lichtung vom Wurzelansatz bis zu den ersten \u00c4sten mit der braunen klebrigen Masse angemalt. Einige K\u00e4fer kommen nun gar nicht mehr an den St\u00e4mmen hinauf. V\u00f6llig verschmiert sind sie damit besch\u00e4ftigt, sich erst einmal zu putzen, anstatt auf Nahrungssuche gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201ePinsel! Pinsel!\u201c, ruft da von Weitem die Schweinmama. \u201eMach\u2019s gut, Jono!\u201c, verabschiedet sich Pinsel und l\u00e4uft von der Lichtung. Jono ist jetzt langweilig, doch schon nach kurzem \u00dcberlegen pfl\u00fcckt er alle Blumenk\u00f6pfe von den Blumen, die auf der Lichtung stehen. Er sortiert sie nach Farben und l\u00e4sst sie achtlos liegen. Dann will er ganz viele N\u00fcsse zusammensuchen, um sie zu einem Vorrat anzulegen. Also pfl\u00fcckt er jede Nuss, die er finden kann. Zwischendurch l\u00e4sst er die eine oder andere Nuss in seinem B\u00e4uchlein verschwinden. Nach einigen Stunden hat er in einer Baumh\u00f6hle etwas abseits, aber in Sichtweite seines Lieblingsbaumes einen unglaublich gro\u00dfen Haufen zusammengetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam wird es Abend und die Sonne beginnt sich hinter dem Horizont schlafen zu legen. Zwischen den B\u00e4umen hindurch entdeckt Jono pl\u00f6tzlich ein winziges Licht. Da es noch etwas Zeit bis zum Schlafengehen ist, beschlie\u00dft er das Licht zu erforschen. Er n\u00e4hert sich ihm \u00fcber die B\u00e4ume hinweg, bis er es ganz vor sich hat. Beim N\u00e4herkommen merkt er, dass es knistert, w\u00e4rmer wird und ausreichend Licht verbreitet. Eine Weile beobachtet er es, l\u00e4uft darum herum und stolpert schlie\u00dflich \u00fcber einen Ast, der in das Licht hineinragt. Der Ast dreht sich dabei ein wenig zu Seite und nimmt etwas von dem Licht mit sich. Jono greift sich den Ast, um ihn in die H\u00f6he zu halten und erkennt, dass es sich um Feuer handeln muss. \u201aSch\u00f6n, jetzt habe ich endlich ein Licht im Dunkeln!\u2018, schie\u00dft es ihm durch den Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile ist es so dunkel geworden, dass er nicht so einfach wieder zu seinem Schlafbaum findet, doch mit dem kleinen Feuer gelingt es ihm zur Baumwurzel mit dem Nussversteck zu kommen. Hier steckt er den Ast fest. Er erkennt nun seinen Schlafplatz, schwingt sich hinauf und schl\u00e4ft ganz ersch\u00f6pft in einer Astgabel ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen steigt Jono noch bevor er die Augen \u00f6ffnet ein eigenartiger Geruch in die Nase. Es wird auch immer lauter unter seinem Lieblingsbaum. Er reibt sich die Augen und blickt hinunter. Zahlreiche Tiere unten am Boden bei seinem Baum und bei der nun schwarzen Baumwurzel schimpfen durcheinander, keiner ist zu verstehen. Jono\u2019s Mama springt nun hinzu, um alle zu beruhigen. Als es still genug ist, darf einer nach dem anderen sein Anliegen vortragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Streifenh\u00f6rnchen und Kapzuineraffen haben Hunger und finden an diesem Morgen einfach keine N\u00fcsse. Ein Affe meint, dass er Jono am Vortag gesehen habe, wie er unz\u00e4hlige N\u00fcsse unter die verkohlte Baumwurzel gestopft hatte. Die vielen K\u00e4fer von der Lichtung mit dem Schlammloch beschweren sich \u00fcber Jono, da er alle B\u00e4ume beschmiert hat, so dass sie nicht mehr in ihr Zuhause hinaufkommen. Aus dem Wasserloch kann man eine ganze Weile nicht mehr trinken, maulen die Schweine. Keine einzige Blume findet sich mehr f\u00fcr die Bienen, die ihre hungrigen Larvenkinder versorgen m\u00fcssen. Und die Okapis legen vor Jono\u2019s Mutter die vergammelten Triebe des jungen Baumes nieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Meerkatzenmama blickt traurig hinauf zu Jono. \u201eBitte komm herunter, wir alle m\u00fcssen mit dir reden!\u201c, ruft sie schlie\u00dflich zu ihm hinauf. Mit einem ganz flauen Gef\u00fchl im Bauch kommt der Gieraffe zu ihr und den anderen Tieren hinunter. \u201eIch glaube, du solltest dich erst einmal bei allen f\u00fcr das, was du in der Natur durcheinandergebracht hast, entschuldigen!\u201c, meint sie zu ihm. Jono blickt betreten zu den Tieren. Etwas leise sagt er: \u201eEntschuldigt bitte, es war nicht in Ordnung, dass ich nicht dar\u00fcber nachgedacht habe, was ich anrichte. Es tut mir leid! Ich werde helfen, den angerichteten Schaden wieder zu richten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSch\u00f6n, dass du einsichtig bist!\u201c, ergreift Sindo das Wort. \u201eDoch ich denke, einige von uns haben da unseren Anteil, dass wir nicht immer so handeln wie es angemessen f\u00fcr den Wald und seine Bewohner ist. Das gilt auch f\u00fcr mich! Ich schlage vor, dass wir Tiere gemeinsam Jono beistehen, die rechte Ordnung in unserer Umwelt wieder herzustellen!\u201c Die Tiere jubeln vor Freude und machen sich auch sofort daran sich gegenseitig zu unterst\u00fctzen, damit die Natur nicht wieder aus dem Gleichgewicht ger\u00e4t. Alle packen tatkr\u00e4ftig mit an, so dass sich zum Ende des Tages jeder zufrieden schlafen legen kann. Jeder kann wieder so leben, wie es die Natur vorgesehen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit habe ich wieder an einer Kindergeschichte gearbeitet, aus der eine Umweltgeschichte f\u00fcr Kinder geworden ist. Erst sollte die Hauptfigur eine Giraffe sein, doch dann hat mich jemand darauf aufmerksam gemacht, dass es doch besser w\u00e4re, wenn es ein Gieraffe ist, der die Natur um sich herum aus dem Gleichgewicht bringt. Nun ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":514,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[14],"class_list":["post-513","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized","tag-kinderbuch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=513"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":515,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/513\/revisions\/515"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}