{"id":758,"date":"2024-03-31T19:51:29","date_gmt":"2024-03-31T19:51:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=758"},"modified":"2024-04-01T19:54:16","modified_gmt":"2024-04-01T19:54:16","slug":"historische-buechertransporte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.made-by-doreen.de\/?p=758","title":{"rendered":"Historische B\u00fcchertransporte"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Beim Einkaufen mit meinem Stoffbeutel zuletzt in der Buchhandlung ist mir der Gedanke gekommen, welche Transportm\u00f6glichkeiten eigentlich f\u00fcr B\u00fccher in der Vergangenheit Verwendung fanden. Sicher werden es B\u00fccherf\u00e4sser gewesen sein, mitunter auch strohgestopfte Kisten aus Holz oder Ballen aus Leder, mit denen die B\u00fccher sicher in fr\u00fcheren Jahrhunderten auf Reisen geschickt wurden, wenn Sie an Buchk\u00e4ufer, Bibliotheken oder f\u00fcr Kopierzwecke verliehen wurden. Dazu l\u00e4sst sich sicher einiges an interessanten Infos zusammentragen. Hier ist das Ergebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Handel mit B\u00fcchern gab es schon in der Antike. Seit dem 5. Jahrhundert Buchh\u00e4ndler in Griechenland und seit dem 1. Jahrhundert im R\u00f6mischen Reich bekannt. Dabei waren die Verleger auch gleichzeitig die H\u00e4ndler. Die Schriften wurden vom Autor einem Schreiber diktiert. Anschlie\u00dfend pr\u00fcfte ein Korrektor das Werk auf Fehler, bevor es vorwiegend auf einer Schriftrolle verlegt wurde. Kodexformen mit Pergamentseiten sind auch bekannt. Beim Verleger wurden die B\u00fccher von einem Schreiber mehrfach kopiert. Waren allerdings zu viele Fehler in einem Buch enthalten, kam es auch schon vor, dass Schriften aus dem Handel zur\u00fcckgenommen wurden. In speziellen Gef\u00e4\u00dfen aus Ton, Flechtk\u00f6rben oder auch mitunter in runden Beh\u00e4ltern aus Leder oder Holz wurden Schriftwerke f\u00fcr den Versand untergebracht. Das letztgenannte Transportmittel wurde auch als Capsa bezeichnet, in der je nach Gr\u00f6\u00dfe eine oder mehrere Schriftrollen Platz fanden. Es konnte mit einem Deckel verschlossen werden und verf\u00fcgte \u00fcber einen Transportriemen. Truhen, K\u00e4sten oder auch Kisten mit Stroh waren f\u00fcr den Versand von Bucherzeugnissen verbreitet. \u00dcber diese verschiedenen Beh\u00e4ltnisse konnten die kostbaren Schriften transportiert werden und sie wurden vor m\u00f6glichen Besch\u00e4digungen bzw. vor Feuchtigkeit gesch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der sp\u00e4ten Antike bis ins 18. Jahrhundert hinein sind B\u00fccher in sogenannten B\u00fccherf\u00e4ssern verschickt worden. Da die Art des Einbandes erst f\u00fcr oder \u00fcber den sp\u00e4teren Besitzer festgelegt wurde, sind Handschriften, Druckb\u00f6gen und ungebundene Buchtitel dar\u00fcber versendet worden. Aufgrund der sehr dichten Bauweise und der Form der F\u00e4sser, konnten viele und sensible Transportg\u00fcter darin am einfachsten auf den \u00fcblichen schnellen Handelswegen, dem Wasser, verschifft werden. Waren die H\u00f6lzer der B\u00fccherf\u00e4sser zu trocken geworden, die Bretter unsachgem\u00e4\u00df zusammengebaut worden oder zu lange Feuchtigkeit ausgesetzt, konnten die Schriftst\u00fccke auch Schaden nehmen. Den Versand von B\u00fcchern in Ballen aus teurem Leder akzeptierten die meisten Buchh\u00e4ndler allerdings nicht immer. Seltener waren auch Holzkisten in Gebrauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Beutelb\u00fccher oder B\u00fccherbeutel wurden \u00fcber Kl\u00f6ster im Hochmittelalter gefertigt. Mit dem 14. Jahrhundert kam diese Form, die auch G\u00fcrtelbuch genannt wurde, auf, die bis ins 16. Jahrhundert gebr\u00e4uchlich war. Zum einfachen Mitf\u00fchren vor allem kleinformatiger B\u00fccher religi\u00f6sen Inhalts, wie Liederb\u00fccher, Almanache, Gebetsb\u00fccher oder Breviere, aber auch mit \u00e4rztlichem Wissen, wie Vademecums, wurde ein zus\u00e4tzlicher aber l\u00e4ngerer Bezug \u00fcber den eigentlichen Einband, meist aus Leder, angebracht. \u00dcber diesen war es m\u00f6glich und einfacher das Buch in die Hand zu nehmen oder am G\u00fcrtel zu befestigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tornister stammen zwar aus dem milit\u00e4rischen Gebrauch und sind bis ins 17. Jahrhundert gut als Form von Rucks\u00e4cken nachweisbar. Sie sind allerdings in abgewandelter Form schon als fr\u00fche Schulranzen in Verwendung gewesen. Aus Leder, Stoff und manchmal au\u00dfen aus Fell gefertigt, konnte man mit ihm leicht auf dem R\u00fccken getragen, Gegenst\u00e4nde transportieren.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fccherwagen wurden nachts an die Waggons der Schnellz\u00fcge der Reichsbahn von Leipzig aus in alle deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte und nach Wien angeh\u00e4ngt. Damit wurden die B\u00fccher rasch an die dort ans\u00e4ssigen Buchh\u00e4ndler weiterverteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Deutschland von den Zwischenbuchh\u00e4ndlern B\u00fccherwagendienste \u00fcber Lastkraftwagen aufgebaut, die sp\u00e4ter auch mittels Frachtdienstleister und Speditionen den gesamten deutschsprachigen Raum belieferten.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1952 war es erlaubt \u00fcber die Deutsche Post B\u00fccher und Zeitschriften als Drucksache zwischen 7 und 50 Pfennig \u00fcber den Postweg an Kunden zu verschicken. Der Begriff B\u00fcchersendung fand 1963 Aufnahme in den Leistungskatalog der Deutschen Post. Durch die g\u00fcnstigeren Preise f\u00fcr B\u00fccher- und Warensendungen werden heute einzelne B\u00fccher nicht als teureres P\u00e4ckchen verschickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit die B\u00fccher in aktueller Zeit sicher vom Barsortimenter zu den Buchhandlungen gelangen, werden seit einigen Jahrzehnten B\u00fccherwannen mit Deckel aus stabilem Kunststoff verwendet. Diese bieten gen\u00fcgend Platz f\u00fcr zahlreiche unterschiedlich gro\u00dfe Buchtitel, lassen sich stapeln und vor schlechten Wetterbedingungen w\u00e4hrend der Auslieferung \u00fcber verschieden gro\u00dfe Fahrzeuge, damit die B\u00fccher keine Besch\u00e4digungen erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Internet, dem Aufkommen von eReadern und den ersten Smartphones wurde das Buch in digitaler Form immer beliebter. So lassen sich in wenigen Minuten oder Sekunden B\u00fccher sehr komfortabel einstellen, hochladen, verbreiten, teilen, aufrufen und lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bayern werden Schulranzen auch als B\u00fcchertaschen bezeichnet, was eigentlich mit dem modernen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einen richtigen Beutel f\u00fcr B\u00fccher nichts zu tun hat. Diese sind wie eine Einkaufstasche aus Stoff gefertigt und haben k\u00fcrzere oder l\u00e4ngere Henkel, um sie in der Hand zu tragen \u00fcber der Schulter mitzunehmen. Auf Ihnen sind meist Motive mit bzw. ohne Schrift oder auch nur Schriftz\u00fcge zu sehen, die im engeren wie im weiteren Sinne etwas mit B\u00fcchern zu tun haben. Ein \u00e4hnlicher Begriff hierf\u00fcr ist die B\u00fcchertasche, die auch in Form eines Beutels, aber aus stabilerem Material gemacht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist schon erstaunlich, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Art und Weise, wie B\u00fccher transportiert und versendet wurden, ver\u00e4ndert hat. F\u00fcr die Zukunft wird es spannend bleiben, was noch alles an Ideen erdacht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Einkaufen mit meinem Stoffbeutel zuletzt in der Buchhandlung ist mir der Gedanke gekommen, welche Transportm\u00f6glichkeiten eigentlich f\u00fcr B\u00fccher in der Vergangenheit Verwendung fanden. 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